Leserbrief

Bodentausch Triesenberg – Nochmals gut gegangen

Markus Sprenger,Rheinau 16, Triesen | 8. November 2018

Die Bemerkung von Ludwig Schädler in seinem Leserbrief zum Thema BGZ – «Die jetzige Gemeindevertretung Triesenberg hätte gar mit der Nachbargemeinde Boden im Verhältnis 1:8 getauscht, wenn da nicht der Stimmbürger Einhalt geboten hätte» – kann meiner Meinung nach auch ganz anders gesehen werden. Immer wieder kommt die Gemeinde Triesen der Nachbargemeinde Triesenberg entgegen, wenn diese raumplanerische Visionen und Wünsche äussert. Beim letzten Bodentauschgeschäft hat mich doch gewundert, dass sich nur in Triesenberg kritische Bürger bemerkbar gemacht haben, nicht aber in Triesen. Die Rechnung ist volkswirtschaftlich betrachtet relativ einfach gewesen und die Gemeinde Triesen hätte ihre Nachbargemeinde auf einen Schlag um mindestens 22 000 000 Franken reicher gemacht – auf Kosten der Bürgergenossenschaft Triesen.
Der vor circa 20 Jahren festgelegte Tauschschlüssel von 1:8 ist und war ein wohlwollendes Entgegenkommen, besser gesagt grosszügiges Geschenk, für Triesenberg. Wieso das? Nun, jede Bodentauschanfrage geht für Triesenberg einher mit einer Einzonierung, wie letztmals geschehen mit der Sportplatzerweiterung. Die Gemeinde Triesen erhält dafür Wald in abgelegenen Gegenden, in denen einer Einzonierung in Gewerbe oder Wohnen durch das Land niemals zugestimmt werden würde – d. h., der «Bärger» Boden bleibt immer Wald.
Betrachtet man nun die Rechnung von dieser Seite mit einem durchschnittlichen Schätzpreis von 1000 Franken/m2 für Bauland respektive 6 Franken/m2 für Wald, kommt man auf ein Tauschverhältnis von 1:167 anstatt 1:8. Setzt man dazu diese üblichen Frankenwerte ein, erhält man ein Minus von 22 Millionen Franken für Triesen bzw. dieses massive Plus für Triesenberg. Durch die Ablehnung des grösseren Tauschgeschäftes durch die Triesenberger bleibt Gott sei Dank «nur» noch ein Verlust von rund 3 350 000 Franken für die Triesner Bürgergenossenschaft für den angenommenen kleinen Tauschhandel.
Ich denke, die Bürgergenossenschaft Triesen muss künftig marktwirtschaftlich denken, bevor sie ihr Bürgervermögen verschleudert und die Triesenberger sollten zumindest Danke sagen für solche Geschenke, anstatt zu fluchen.

Markus Sprenger,
Rheinau 16, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.