Leserbrief

Verunglimpfen

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 10. Januar 2019

Da schreibt im «Volksblatt» ein Herr Marxer aus Vaduz dem Manfred Büchel aus Eschen, er solle aufhören, Leute, die sich wegen dem Klimawandel Sorgen machen, zu verunglimpfen. Nun, Manfred Büchel ist beschlagen, belesen und gebildet genug, zu wissen, wo das Wetter und wo das Klima hockt und wo und wer damit sein Unwesen treibt. Die Analytik seiner Aussagen ist für jene, welche sich mit dem komplexen Thema Klima auseinandersetzen – auch kritisch –, einfacher wie für Laien, die sich am Fernseher und im medialen Gedudel ihr Scheinwissen verzuckern.
Tatsächlich gibt es Leute, die sich wegen dem Klima Sorgen machen. Weiter aber leider gar nichts. Diese «Sorgengemeinschaft», in der es sich gut und gerne lebt, weil nur Sorgen machen kostet nichts, ist längst zu einem innig vereinten Haufen von Klimaheuchlern geworden, die sich mit zum Teil billigen und unwürdigen Ablässen die Seele reinwaschen. Als Klingelbeutel hat man das C02 entdeckt, mit dem es sich wunderbar von der einen zur nächsten Sünde schlängelt. Es gibt tausend andere Umweltbelastungen, vom unwiederbringlich verbrauchten Sauerstoff, zu Russpartikeln, verschwundenen Regenwäldern, Tierarten, von vergifteten und überfischten Meeren, Krebs, der sich, der verdreckten und ausgebeuteten Umwelt sei es gedankt, epidemisch ausbreitet und so weiter. Alleine in Deutschland starten und landen jedes Jahr 2,5 Millionen Flugzeuge. Permanent sind 15 000 Flugzeuge in der Luft, die uns mit Russ, Kerosinresten und Kondensstreifen beglücken. Ein grosses Kreuzfahrtschiff, das nur dem Vergnügen dient, erzeugt am Tag so viel Dreck wie Millionen Autos zusammen. Da scheint es wirklich sinnvoll und ein Gebot der Stunde, alte Dieselmotörchen zu verbieten. Obwohl eine Flugreise das grösste ökologische Desaster ist, sieht man Menschen, die sich Sorgen wegen dem Klimawandel machen, in Scharen mit ihren abgeklärten Globetrottergesichtern in Kloten mit Strandsandalen herumhecheln. In dieser lieb gewonnenen Schicksalsgemeinschaft lebt es sich gut, bequem und vor allem auch gerne. Man hat alles, lebt üppig und wunderbar, saut herum nach dem Motto «Nach uns die Sintflut» und man braucht sich deswegen keine Sorgen machen ausser vielleicht jener, dass sich das Klima ändern wird und dem Vergnügen ein Ende bereiten könnte. Und vor allem die grösste Sorge, dass einer an diesem wunderbar verlogenen System kratzt und einem auch noch den Spiegel vor die Nase hält.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter