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Leserbrief

Die Untergangs- begeisterung

Tarik Hoch,Grüschaweg 11, Triesenberg | 16. März 2019

«Der Schein trügt, der Anschein lügt schon viel besser!» Dieses Zitat von Martin Reisenberg unterstreicht die derzeitige Klimadebatte. Ich gebe Ihnen recht, Herr Biedermann. Es ist nichts Verwerfliches, wenn sich Schüler um unsere Umwelt sorgen. Im Gegenteil, wenn sie auf die Strasse gehen, um für eine sichere Zukunft zu demonstrieren, ist das ihr gutes Recht. Fakt ist: Die Schulstreiks waren von langer Hand geplant. Wenn die Grünschnäbel mit dem Megafon die Erwachsenen belehren und die klimatische Apokalypse beschwören, meiden sie die Erwähnung politischer Parteien. Im Verbund mit linken NGOs ziehen die Jungparteien der SP und die Grünen im Hintergrund die Fäden. Zwar trete ihre Partei an der Klimademo «nicht sichtbar» auf, erklärte Maja Haus, Co-Präsidentin der Jungen Grünen, letzte Woche gegenüber SRF. «Aber wir haben unsere Mitglieder aufgerufen, in der Schweiz an diesen Protesten teilzunehmen.» Bereits am 30. Dezember 2018 trafen sich 150 Klimaaktivisten in der Reitschule in Bern, um die Demos der vergangenen Wochen zu organisieren. Nadja Kuhn leitete die Versammlung als Co-Präsidentin der Zürcher Jusos.
Ich unterstelle nicht, dass alle Klimaaktivisten ferngesteuert sind. Ausrufung des Klimanotstandes und Nullemission bis 2030 wurde basisdemokratisch beschlossen. Das ändert aber nichts daran, dass der Aufstand von unten geplant war, und zwar von Profis. Eine führende Rolle spielt die sogenannte Klima-Allianz der Schweiz. Es handelt sich um einen Verbund von 78 zum Teil finanzkräftigen und einflussreichen NGOs wie Greenpeace, Brot für alle, Fastenopfer, Solidar Suisse, WWF, HEKS, Helvetas und Myclimate, dem auch die Gewerkschaften und alle Linksparteien angehören. Das Thema Treibhauseffekt und Klimakollaps, von dem kaum ein Schüler etwas versteht, erst recht nicht Schulschwänzer mit Viertagewoche, soll offenbar von der Ebene des politisch Diskutierbaren auf die Ebene des nicht mehr diskutierbaren Grundsätzlichen verschoben werden. Dafür Kinder und Jugendliche zu instrumentalisieren, ist demokratisch kaum noch zu rechtfertigen. Tatsache ist, dass die Klimapropheten schon lange, still, aber effizient Einfluss nehmen. Allein letztes Jahr wendete Myclimate 1,59 Millionen Franken für «Klimaerziehung» auf. Damit drillte die NGO gemäss eigenen Angaben 24 000 Schüler zu «Klimapionieren». Die Linke versucht, umweltpolitische Forderungen als Vehikel für einen sozialistischen Umbau der Gesellschaft zu nutzen. Die neuste abenteuerliche Behauptung einer grünen Pädagogin lautete: Kinderkriegen schadet dem Klima! Doch dann gäbe es ja keine Klimademonstranten mehr, oder?

Tarik Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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