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Leserbrief

Was bringt uns die neue Datenschutz-Verordnung wirklich?

Kurt Bürki,Landstrasse 20, Triesenberg | 5. Juni 2019

Durch die nun geänderten Nutzungs- und allgemeinen Geschäfts-bedingungen der Unternehmen müssen wir der fast unbegrenzten Verwendung unserer Daten zustimmen und legalisieren damit die vorher illegale Praxis.
Das führt dann zum Beispiel dazu, dass z.B. Krankheitsdaten bei mehreren verschiedenen Firmen verarbeitet und auch ausgedruckt werden. Bei immer mal wieder vorkommendem Datenklau müssten nun durch die Verordnung die dadurch Betroffenen informiert werden. Es wird dann jedoch einfach behauptet, es seien keine besonders schützenswerten Daten dabei gewesen, siehe Swisscom im Herbst 2017, jedoch erst veröffentlicht im Februar 2018.
Bei Benutzernamen- und Passwort-Diebstahl wird behauptet, mit den Daten könne niemand etwas anfangen, die Passworte seien ja verschlüsselt. Dabei wird jedoch nicht erwähnt, dass es für die Passwort-Hashwerte bereits vorberechnete, passende Passwörter gibt. Genaugenommen gilt das mit den vorberechneten Werten auch für die meisten gesicherten Verbindungen.
Google, Microsoft, Apple und auch diverse Smartphone-Hersteller haben unter anderem unsere E-Mail- und WLAN-Zugangsdaten, Termine, sowie aktuelle und vergangene Standort-Informationen. Ebenso biometrische Daten wie Stimm-, Fingerabdruck-, Gesichts- und Handschriften-Muster. Da können Facebook etc. nicht immer mithalten.
Es werden auch alle im Gerät gespeicherten Kontaktdaten an die Firmen übermittelt. Somit müsste ich nun alle Personen, die meine Daten in ihren Geräten gespeichert haben, anklagen wegen Datenschutzverletzung, da sie dem «Datenklau» zugestimmt haben, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.
Windows 10 wurde und wird von verschiedenen Seiten kritisiert wegen seiner Datensammel-Funktionen – und wird trotzdem in den meisten Firmen benutzt. Mit Office 365 gehen auch die damit bearbeiteten Dokumente an Microsoft.
Es wird oft behauptet, die Daten blieben im sicheren EU-Raum. Wer jedoch ernstgemeinte Backup-Strategien kennt und die dafür anfallenden Kosten, weiss, dass dem nicht so ist. Mit der zukünfigen vielgelobten Blockchain-Technologie hat dann einfach jeder von jedem einen Teil der Daten auf seinem Gerät.
Durch ihre Fitnessgeräte-Daten wurden auch mehrere Geheimagenten enttarnt und der Aufenthaltsort von fremden Truppen in diversen Ländern bekannt.
Die einzig sicheren Daten sind die Daten, die nicht erfasst wurden! Daher müssten die Bestrebungen auch dahin gehen, das Erfassen von Daten zu beschränken.

Kurt Bürki,
Landstrasse 20, Triesenberg

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