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Leserbrief

Letzte Massnahme: Pilotprojekt «Einsprung» – Regulierungsgatter Wild

Jürgen Zech,Römerstrasse 35, Nendeln | 15. Juni 2019

Zum «Volksblatt»-Bericht vom Donnerstag, den 13 Juni:
Unter den Begriffen «Einsprung» und «Regulierungsgatter» konnte ich weder in Google noch in Wikipedia einen erklärenden Eintrag dazu finden. Das hat mich zu der Erkenntnis geführt, dass unsere Regierung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schaan die grosse Chance hat, diesen zwei Begriffen für die Zukunft eine konkrete Bedeutung zu geben. Wenn unsere Behörden diese geplante Massnahme wirklich umsetzen, wird in Wikipedia dereinst in etwa zu lesen sein:
«Von Menschenhand gebaute, mit einem verschliessbaren Gatter versehene Umzäunung im geschlossenen Wald mit dem Zweck, Wildtiere, vor allem das den Wald durch Verbiss schädigende Schalenwild (Rotwild, Rehwild und Gämse) dort hineinzulocken, die Tiere durch Verschliessen des Gatters am Verlassen desselben zu hindern und sie danach durch Erschiessen zu töten. Unabhängig von Alter und Geschlecht. Die im freien Wald verbleibende Wildpopulation soll dadurch vom Dauerstress durch die intensive Bejagung etwas entlastet werden. Vom Land Liechtenstein im Jahre 2019 als letzte mögliche Massnahme zur Wildbestandsreduktion umgesetzt.»
Meiner Meinung nach ist diese Idee weder tierethisch noch moralisch vertretbar und wäre, wenn sie denn umgesetzt wird, ein Armutszeugnis für unsere wohlstandsorientierte Gesellschaft. Mitgefühl, Herr Vorsteher Hilti, ist auch eine Emotion.
Die Anzahl Casinos muss nach Ansicht der Regierung und der Mehrheit des Landtages nicht reguliert werden. Das wird der Markt selber regulieren, ist die Begründung. Wenn es um das Lebewesen Wild geht, sind wir zu dessen Bestandsregulierung (notwendig?) zu solch barbarischen Massnahmen bereit. Prioritäten müssen gesetzt werden, aber wir entscheiden, welche. Diese Entscheidungen, die Richtung in die sie weisen, finde ich nicht gut.
Die LGU fordert ein Bündel an Massnahmen, um die notwendige Waldverjüngung zu unterstützen. Sie macht aber auch deutlich, dass das Land sich im Grossen und Ganzen selbst in diesen Schlamassel manövriert hat. Dem Wild den Schwarzen Peter zuzuschieben, um damit diese «Letzte Massnahme» Regulierungsgatter zu rechtfertigen, ist in meinen Augen unwürdig und zum Fremdschämen.


Jürgen Zech,
Römerstrasse 35, Nendeln

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