Dass ihr die Arbeit als Geschäftsführerin der Kulturstiftung Liechtenstein immer noch viel Freude bereitet, merkt man Elisabeth Stöckler an – auch wenn noch einiges für den Erhalt der Kulturvielfalt im Land zu tun ist.  (Foto: Paul Trummer)
Sommergespräch
Liechtenstein|02.08.2018 (Aktualisiert am 02.08.18 11:36)

«Meine Aufgabe ist es, Anwältin der Kulturschaffenden zu sein»

VADUZ - Seit bald zehn Jahren setzt sie sich für die Kultur und all ihre Exponenten ein: Im Gespräch mit Elisabeth Stöckler spürt man ihr nach wie vor ungestilltes Verlangen nach Neuem und ihre Verbundenheit mit der Kultur im Land.

Dass ihr die Arbeit als Geschäftsführerin der Kulturstiftung Liechtenstein immer noch viel Freude bereitet, merkt man Elisabeth Stöckler an – auch wenn noch einiges für den Erhalt der Kulturvielfalt im Land zu tun ist.  (Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Seit bald zehn Jahren setzt sie sich für die Kultur und all ihre Exponenten ein: Im Gespräch mit Elisabeth Stöckler spürt man ihr nach wie vor ungestilltes Verlangen nach Neuem und ihre Verbundenheit mit der Kultur im Land.

«Volksblatt»: Frau Stöckler, Sie sind schon lange in der Kulturlandschaft tätig. Was waren denn Ihre Stationen vor der Kulturstiftung Liechtenstein?
Ellisabeth Stöckler:
Ich komme aus dem historischen Feld und von der Entwicklung und Realisierung von Ausstellungen. Wofür man mich in der Region wohl am besten kennt, ist das Frauenmuseum Hittisau, das ich 1999 als erstes Frauenmuseum Österreichs initiiert und lange geleitet habe. Dort habe ich viele Ausstellungen konzipiert und durchgeführt, regionale und internationale Kooperationen gepflegt, das alles mit einem Interesse für grössere Zusammenhänge im historischen wie auch künstlerischen Feld.

Sie haben Kulturmanagement studiert, Geschichte, Kunstgeschichte, Gitarre – ein breites Feld.
In der Zeit meiner Tätigkeit hier in der Kulturstiftung habe ich an der ZHdK einen Master-Studiengang in Transdisziplinarität absolviert, dabei ging es darum, dass unsere komplexe Welt die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg braucht, das gilt für die Künste wie auch für andere Fächer. Ich bin von meinen Interessen her schon immer breit aufgestellt. Das generalistische Herangehen an ein Projekt liegt mir sehr, ich nehme auch gerne unterschiedliche Perspektiven ein, um auf Themen zu schauen, das ist ein Lebenselixier für mich. Der Nachteil bei all meinen unterschiedlichen Interessen ist, dass ich in speziellen Fachgebieten nie so in die Tiefe komme, wie wenn man sich über Jahrzehnte in einem Fachgebiet profiliert. Ich kann Brücken bauen, sehe Verbindungen. Und das ist genau das, was ich für meine Tätigkeit in der Kulturstiftung brauchen kann. Ich habe mich nie nur auf ein Fachgebiet spezialisiert. So funktioniert übrigens auch das Machen von Ausstellungen, ähnlich komplex wie das Filmemachen, ein anderes Beispiel dafür ist die Gitarre: Ich habe im Konservatorium gemerkt, dass es viel Talentiertere gab, deshalb kam auch die Tätigkeit als Gitarrelehrerin dann für mich nicht in Frage, diese Spezialisierung war nicht mein Weg, ich hätte auch viel mehr üben müssen (lacht), tiefer in die Musik eindringen müssen. Auch da habe ich mich wieder für die Vielfalt entschieden. Nun freue ich mich jedes Jahr, meinen ehemaligen Lehrer bei der Ligita zu treffen.

«Ich bin von meinen
Interessen her schon immer breit aufgestellt.»

Elisabeth Stöckler

Was hat Sie an der Geschäftsführung der Kulturstiftung gereizt?
Zu dem Zeitpunkt, als ich die Ausschreibung für die Stelle gesehen habe, war für mich schon deutlich, dass es nach zehn Jahren Museumsleitung an der Zeit war, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Und auch für die Institution Frauenmuseum schien mir die Zeit für einen Wechsel reif. Beides war für mich klar, ich vertraue auf solche Zyklen. Ich brauchte eine Veränderung und ich wollte in die Strukturen unserer Gesellschaft hineingehen, die Ausschreibung passte genau zu meinen breiten Interessen.

Sie sind ja die Konstante, haben mehrere Präsidenten der Kulturstiftung erlebt.
Damit wird meine Freude am Neuen sehr bedient. Weil ich dadurch in neue Situationen und Konstellationen komme und mir das grundsätzlich liegt. Ich denke, dass wir mit nunmehr zehn Jahren immer noch eine junge Institution sind, obwohl es vorher den Kulturbeirat gegeben hat. Doch mit den Rahmenbedingungen als öffentlich-rechtliche Stiftung sind wir wirklich noch jung und im Aufbau. Da helfen die Wechsel im Stiftungsrat sicher auch mit. Jedes Mitglied braucht auch seine Zeit, um in den Rat hineinzuwachsen, die Mitglieder sind Fachleute, eine Art Spartenvertreter, und sie müssen sich auch in die Breite hineindenken. Ich finde es extrem wichtig, dass Spezialisten mit ihren Perspektiven im Stiftungsrat tätig sind. Unser Auftrag birgt so eine grosse Vielfalt, und die Kulturstiftung ist ja im Land für alle Sparten zuständig, da braucht es dieses Wissen. Mich selbst hält dies permanent in einer Art Neugierde.

Als erste Anlaufstation für Unterstützung bei einem Kulturprojekt gab es sicher auch ungewohnte Anfragen …

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(eg)

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