Tino Quaderer geht an der Gemeindewahl 2019 in Eschen-Nendeln für die FBP als Vorsteherkandidat ins Rennen. (Foto: MZ)
Eschen/Nendeln
Liechtenstein|02.11.2018 (Aktualisiert am 02.11.18 14:30)

Tino Quaderer: «Wir müssen einfacher werden und unser Potenzial nutzen»

ESCHEN - Tino Quaderer will als Vorsteher-Kandidat der FBP in Eschen-Nendeln neue Wege gehen. Zu seinen Schwerpunkten zählen effiziente Gemeindestrukturen, eine serviceorientierte Verwaltung und Bürgerbeteiligung. Mit einer stärkeren Fokussierung und Freude am Entscheiden sowie Gestalten will er Eschen-Nendeln als Zentrum des Unterlandes stärken.

Tino Quaderer geht an der Gemeindewahl 2019 in Eschen-Nendeln für die FBP als Vorsteherkandidat ins Rennen. (Foto: MZ)

ESCHEN - Tino Quaderer will als Vorsteher-Kandidat der FBP in Eschen-Nendeln neue Wege gehen. Zu seinen Schwerpunkten zählen effiziente Gemeindestrukturen, eine serviceorientierte Verwaltung und Bürgerbeteiligung. Mit einer stärkeren Fokussierung und Freude am Entscheiden sowie Gestalten will er Eschen-Nendeln als Zentrum des Unterlandes stärken.

«Volksblatt»: Herr Quaderer, was ist Ihre Motivation, für das Amt des Vorstehers zu kandidieren?
Tino Quaderer: Wir leben in einer Gemeinde mit enormem Potential. Eschen-Nendeln verfügt über ein reiches Dorfleben, schöne Wohnlagen in beiden Ortsteilen, eine breit aufgestellte Wirtschaft und eine einzigartige Zentrumslage im Unterland. Wir befinden uns eigentlich in einer guten Ausgangslage, aber es gelingt uns oftmals nicht, dieses Potential zu nutzen.
Während andere Gemeinden in den letzten Jahren teils grosse Schritte gemacht haben, haben wir in gewisser Hinsicht den Anschluss verloren. Beispielsweise hinsichtlich der Einwohnerentwicklung, der Ansiedlung von Betrieben, der Umsetzung von Schlüsselprojekten oder der Entwicklung der Gemeindefinanzen. Es besteht Handlungsbedarf und es muss uns gelingen, einen neuen Weg einzuschlagen. Genau das ist meine Motivation. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass Eschen-Nendeln sein Potential nutzt und das unangefochtene gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Unterlandes ist.

Was ist denn der Grund, weshalb Eschen nicht dieselbe Dynamik an den Tag legt wie andere Gemeinden?
Das hat verschiedene Gründe. Einerseits geht es um dieselben gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragestellungen, mit denen auch andere Gemeinden konfrontiert sind, aber bei denen wir uns in der Vergangenheit etwas schwerer getan haben als andere.
Es geht aber auch um sehr grundsätzliche Dinge. So brauchen wir ein Umdenken in Politik und Verwaltung, denn wir sind heute in manchen Dingen einfach zu kompliziert. Es muss uns gelingen, einfacher, schneller und fokussierter zu werden. Und wenn ich an aktuelle Themen wie die Nutzungsplanung denke, ist für mich klar, dass wir zudem wieder mehr auf den gesunden Menschenverstand hören müssen.

"Die Verwaltung möchte ich als serviceorientierten und effizienten Partner für die Menschen im Dorf ausrichten."

Tino Quaderer

Welche Schwerpunkte würden Sie als Vorsteher setzen?
Mein oberstes Ziel ist es, dass Eschen-Nendeln wieder als Gemeinde wahrgenommen wird, in der Dinge möglich sind und in der man Projekte konstruktiv umsetzt. Wir müssen Eschen-Nendeln als Gemeinde etablieren, die Freude ausstrahlt und für die Menschen da ist. Auf dem Weg zu dem Eschen-Nendeln, das ich vor Augen habe, haben wir einige Hausaufgaben zu lösen. Der Weg beginnt meines Erachtens mit dem Gemeinderat. Dieser braucht zeitgemässe Strukturen, damit er sich verstärkt auf die wirklich relevanten Fragen konzentrieren kann.
Der nächste wichtige Schritt betrifft die Verwaltung, die ich als serviceorientierten und effizienten Partner für die Menschen im Dorf ausrichten möchte. Das ist ein Prozess, den ich in ähnlicher Form schon in anderen beruflichen Konstellationen umsetzen durfte und von dem letztlich alle profitieren – nicht nur die Menschen und Unternehmen im Dorf, sondern auch die Mitarbeitenden selbst.
Ein weiterer entscheidender Schritt besteht darin, uns auf wichtige Schlüsselthemen und -projekte zu fokussieren, die uns wirklich weiterbringen und die dazu beitragen, dass Eschen-Nendeln allen Generationen und Bevölkerungsschichten eine hohe Lebensqualität bietet.

Und wie wollen Sie dabei vorgehen?
An allererster Stelle braucht es zunächst eine klare Führung und Freude am Gestalten sowie Entscheiden. Meines Erachtens ist es heute aber auch unerlässlich, dass man die Menschen aktiv in die Gemeindeentwicklung und die Entscheidungsfindung einbezieht. Dies beginnt mit einer offenen, verständlichen und relevanten Information der Menschen. Zusätzlich braucht es aber auch eine stärkere Bürgerbeteiligung, damit sich die Menschen direkt einbringen können. Dabei denke ich einerseits an konkrete sachpolitische Fragestellungen, andererseits auch an die grundsätzliche Ausrichtung unserer Gemeinde. Was für eine Gemeinde wollen wir sein und wohin soll sich Eschen-Nendeln in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Auf solche Fragen brauchen wir Antworten, wenn wir die langfristige Entwicklung steuern wollen. Und diese Antworten können nur im Dialog mit der Bevölkerung gefunden werden.

«Ich könnte als Vorsteher relativ unbefangen und
unvoreingenommen an die Dinge herangehen.»

Tino Quaderer

Sie stammen ursprünglich aus Schaan, weshalb leben Sie heute in Eschen?
Ja, ich bin in Schaan aufgewachsen, wo meine Eltern einen Autoelektrik-Betrieb aufgebaut haben und meine Vorfahren einst Bierbrauer waren. Auf diese Herkunft und insbesondere das unternehmerische Engagement, das väterlicher- und mütterlicherseits mehrere Generationen zurückreicht, bin ich stolz. Als meine Frau und ich vor rund zehn Jahren nach einem idealen Platz für unsere Familie gesucht haben, haben wir uns aber trotz meiner Schaaner Wurzeln bewusst für Eschen entschieden. Angefangen bei den Menschen und dem aktiven Dorfleben bis hin zu den schönen Wohnlagen. Hier hat es für uns einfach perfekt gepasst und hier fühlen wir uns rundum wohl.

Schätzen Sie es als Handicap für den Wahlkampf ein, dass Sie kein Ur-Eschner sind?
Natürlich wäre es hilfreich, eine gros­se Verwandtschaft im Dorf zu haben, andererseits sehe ich es aber auch als gewissen Vorteil an, quasi aus einer neutralen Situation heraus antreten zu können. Hinter mir gibt es zudem keine Seilschaften, graue Eminenzen oder sonstige Einflussnahme, daher könnte ich als Vorsteher relativ unbefangen und unvoreingenommen an die Dinge herangehen. Ich trete nämlich aus dem ganz einfachen Grund an, weil mir sehr viel an der Zukunft dieser Gemeinde liegt und ich, vereinfacht gesprochen will, dass meine Kinder in einer Gemeinde aufwachsen, die ihr volles Potenzial nutzt und optimal aufgestellt ist.

"In Kombination mit meiner Schaaner Herkunft sehe ich mich daher klar in der Rolle des Herausforderers."

Tino Quaderer

Wie sehen Sie generell Ihre Chancen gegen den VU-Gegenkandidaten?
Eschen-Nendeln hat in den letzten Jahrzehnten in der Tendenz eher rot gewählt. In Kombination mit meiner Schaaner Herkunft sehe ich mich daher klar in der Rolle des Herausforderers. Entscheidend ist aber letztlich die Frage, was die Menschen wollen. Ich persönlich sehe es so: Wir haben grosse Herausforderungen vor uns und dem künftigen Vorsteher muss es gelingen, einen positiven Wandel auszulösen, um Eschen-Nendeln fit für die Zukunft zu machen. Dank meiner langjährigen Führungserfahrung sowohl aus der Verwaltung als insbesondere auch aus der Privatwirtschaft bin ich überzeugt, für diese Aufgabe einen gut gefüllten Rucksack mitzubringen, um unser Dorf einen grossen Schritt vorwärtszubringen.

(hm)

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