Johannes Hasler will engagierter und aktiver Vorsteher sein, der offen auf die Bevölkerung zugeht. (Foto: ZVG)
Politik
Liechtenstein|15.11.2018 (Aktualisiert am 15.11.18 17:04)

Johannes Hasler: «Fortführung des Entwicklungskonzeptes ist zentral»

GAMPRIN - Der Landtagsabgeordnete Johannes Hasler geht in Gamprin-Bendern als FBP-Vorsteherkandidat ins Wahlrennen. Als möglicher Nachfolger von Donath Oehri sieht er es als Aufgabe, das Entwicklungskonzept in der kommenden Legislaturperiode auf einen neuen Zeithorizont auszurichten.

Johannes Hasler will engagierter und aktiver Vorsteher sein, der offen auf die Bevölkerung zugeht. (Foto: ZVG)

GAMPRIN - Der Landtagsabgeordnete Johannes Hasler geht in Gamprin-Bendern als FBP-Vorsteherkandidat ins Wahlrennen. Als möglicher Nachfolger von Donath Oehri sieht er es als Aufgabe, das Entwicklungskonzept in der kommenden Legislaturperiode auf einen neuen Zeithorizont auszurichten.

«Volksblatt»: Am 31. Oktober 2018 wurden Sie einstimmig von der FBP Gamprin-Bendern als Vorsteherkandidat für die Wahlen 2019 nominiert. Elfried Hasler als Moderator bezeichnete Sie bei der Nomination als «idealen Kandidaten» und fügte an, dass er überzeugt sei, dass Sie Gamprin-Bendern erfolgreich weiterentwickeln werden.
Johannes Hasler: Seine Worte, die gut besuchte Nominationsveranstaltung wie auch die einstimmige Nomination haben mich ausserordentlich gefreut. Es ist schön zu wissen, dass viele Leute hinter meiner Kandidatur stehen und mir den Rücken stärken.

Warum stellen Sie sich für das Amt des Vorstehers zur Verfügung?
Mich reizt die Aufgabe, zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern, dem Gemeinderat und der Verwaltung unsere Zukunft in Gamprin und Bendern zu gestalten. Wir leben in einer spannenden Zeit mit vielen Herausforderungen. Es braucht viel Engagement und Elan, um an vorderster Front mitzugestalten und strategische Schritte zu setzen. Seit rund zehn Jahren lebe ich mit meiner Frau Daniela und unseren beiden Kindern in Gamprin. Wir sind dankbar für das, was uns in der Gemeinde ermöglicht wurde. Wir fühlen uns in Gamprin wohl und sehr gut verankert. Sollte mir die Möglichkeit gegeben werden, das Amt des Vorstehers zu übernehmen, möchte ich es auch dazu nutzen, um mit meinem persönlichen Einsatz den Menschen etwas zurückzugeben.

Sie engagieren sich seit mehreren Jahren als Obmann der FBP Ortsgruppe Gamprin-Bendern und Landtagsabgeordneter politisch. War die Politik in ihrer Familie schon immer Thema?
Die Politik war vor allem bei meinen Grossvätern ein Thema und dies habe ich bereits als kleiner Bub mitbekommen. Mein Grossvater väterlicherseits war Ewald Hasler aus Eschen. Er war langjähriger Postmeister in Schaan und er engagierte sich auch bei den Senioren in der FBP. Mütterlicherseits war Dr. Franz Nägele, Zahnarzt in Eschen, fast gleichzeitig als Exponent der Vaterländischen Union in diversen Funktionen äusserst aktiv.

«Aufgrund des ersichtlichen demografischen Wandels wird das Thema ‹Wohnen und Leben im Alter› noch an Bedeutung gewinnen.»

Johannes Hasler

Wie beurteilen Sie die Gemeindepolitik der vergangenen Jahre?
Unsere Gemeinde bietet ein hohes Mass an Lebensqualität, verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und hat unter anderem dank der Ansiedlung verschiedenster Unternehmen gesunde Gemeindefinanzen. Dies ist massgeblich einer umsichtigen und gemeinsam getragenen Sachpolitik zu verdanken. Hier gilt es unbedingt anzuknüpfen. Dem scheidenden Vorsteher Donath Oehri kommt diesbezüglich eine wichtige Rolle zu, weshalb ich ihm für seine Arbeit für die Gemeinde danken möchte. Er konnte zusammen mit den jeweiligen Gemeinderäten viel bewegen. Mir ist wichtig, dass wir uns auf diesem gemeinsamen Erfolg nicht ausruhen, sondern zusammen aktiv die Zukunft unserer Gemeinde gestalten. Dies speziell bei Themen und Projekten, welche einen langen Atem benötigen oder über mehrere Legislaturperioden getragen werden müssen.

An was denken Sie genau?
Zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Gamprin-Bendern wurde 2012 in Workshops der «Kompass 2022» erarbeitet. Dieser Kompass ist mehr als ein einfaches Leitbild. Er ist ein gemeinsamer Wegweiser für die Entwicklung der Gemeinde und soll über mehrere Legislaturperioden hinweg getragen werden. Vieles wurde bereits umgesetzt oder befindet sich in der Umsetzung. Die strategische Vorgehensweise hat sich klar bewährt. Da es sich bei diesem Entwicklungskonzept um kein statisches Werk handelt, ist es zentral, dieses – wiederum zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern – stetig weiterzuentwickeln. Das Entwicklungskonzept auf einen neuen Zeit­horizont auszurichten, wird eine der Aufgaben in der kommenden Legislaturperiode sein.

Welche Themen sind für die Zukunft besonders wichtig?
Aufgrund des ersichtlichen demografischen Wandels wird das Thema «Wohnen und Leben im Alter» noch an Bedeutung gewinnen. Hier konnten in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden bereits erste Akzente gesetzt werden. Besonders wichtig sind auch weiterhin gesunde Gemeindefinanzen. In den letzten zwei Jahrzehnten konnte eine beachtliche Infrastruktur aufgebaut werden. Eine weiterhin aktive Standort- und Wirtschaftspolitik mit einem guten Unternehmensmix sichert den notwendigen finanziellen Spielraum und festigt die Anzahl unserer Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Der Vorsteher hat durch sein Wirken gros­sen Einfluss auf die Ansiedlung von Unternehmen, diesen möchte ich auch nutzen.

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Imp­res­sionen der Vor­stehernomination vom 31. Oktober in Gamprin-Bendern. (Fotos: Michael Zanghel­lini)

Wie beurteilen Sie die Gemeindeverwaltung?
Gamprin verfügt heute über eine effiziente und dienstleistungsorientiere Verwaltung, die für die gesamte Gemeinde sowie für alle Einwohnerinnen und Einwohner als zentrale Informations- und Dienstleistungsstelle da ist. In der kommenden Legislatur stehen voraussichtlich mehrere Pensionierungen von langjährigen und verdienten Angestellten in wichtigen Funktionen an. Es wird eine prioritäre Aufgabe sein, sehr gute und fachlich qualifizierte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter frühzeitig zu rekrutieren und ins Team der Gemeindeverwaltung zu integrieren.

Donath Oehri wird am Ende dieser Legislatur 24 Jahre das Amt des Vorstehers bekleidet haben. Bei seiner ersten Wahl war er etwas jünger als Sie. Ist es Ihr Ziel, ebenfalls so lange Vorsteher zu werden?
Ich bin überzeugt, dass eine gewisse Kontinuität im Vorsteheramt im Umfang von zwei bis drei Legislaturen wichtig ist, um Akzente setzen zu können. Darüber hinaus gehende Legislaturperioden sehe ich eher weniger, da ein Wechsel im Amt auch neuen Schwung bringen kann.

Sie sind Landtagsabgeordneter und verfügen somit nebst Erfahrung in der Gemeindepolitik auch auf Landesebene über politische Erfahrung. Inwiefern ist das für das Amt des Vorstehers wichtig?
Als Landtagsabgeordneter konnte ich in den letzten Jahren viel Erfahrung sammeln und mich mit Entscheidungsträgern ausserhalb unserer Gemeinde gut vernetzen. Eine gute Vertretung und Vernetzung unserer kleinen Gemeinde nach aussen werden in Zukunft noch wichtiger sein. Viele Schwierigkeiten, welche uns im Alltag tangieren, müssen heute übergeordnet angegangen werden und können nicht isoliert auf Gemeindeebene gelöst werden. Gerade aus diesem Grund ist eine Vernetzung des Vorstehers über die Gemeindegrenze hinaus heutzutage zentral. Um Entwicklungen aktiv mitsteuern zu können, ist es entscheidend, laufend im Austausch mit den relevanten Entscheidungsträgern ausserhalb unserer Gemeinde zu stehen. Als Beispiel kann dafür die Verkehrsproblematik in Bendern genannt werden. 

«Eine gute Vertretung und Vernetzung unserer kleinen Gemeinde nach aussen werden in Zukunft noch wichtiger sein.»

Johannes Hasler

Würden Sie das Landtagsmandat bis zum Ende der Legislatur weiterführen, wenn Sie zum Vorsteher gewählt werden?
Das Landtagsmandat bereitet mir nach wie vor viel Freude. Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen darf. Bei entsprechendem Engagement benötigt das Mandat aber beträchtliche zeitliche Ressourcen, wie das Amt des Vorstehers bekanntlich auch. Wie und ob sich dann das Amt des Vorstehers und jenes des Landtagsabgeordneten unter einen Hut bringen lassen, ist für mich noch nicht greifbar. Wenn ich gewählt werde, werde ich diese Entscheidung daher erst zu einem späteren Zeitpunkt fällen können.

Was liegt Ihnen nebst der Familie und der Politik in Ihrer Freizeit am Herzen?
Das Vereinsleben hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Unsere zahlreichen und gut organisierten Vereine bilden einen kulturellen und emotionalen Rückhalt in der Gemeinde. Sie tragen entscheidend zu unserem positiven Dorfleben bei und fördern das Miteinander. Sowohl meine Familie als auch ich sind in Dorfvereinen aktiv. Für mich gehört es zu den Kernaufgaben einer Gemeinde, Vereine zu fördern und zu unterstützen, da sie für das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben innerhalb des Gemeindeverbundes eine zentrale Rolle innehaben.

Was bekommen die Wählerinnen und Wähler bei einer Wahl von Ihnen ins Vorsteheramt?
Einen engagierten und aktiven Vorsteher, der offen auf alle Einwohnerinnen und Einwohner zugeht und mit ihnen, dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung Gamprin-Bendern aktiv gestaltet.

"Das Vereinsleben hat für mich einen sehr hohen Stellenwert."

Johannes Hasler

Zur Person: Vorsteherkandidat Johannes Hasler in Gamprin-Bendern
Der 36-jährige Johannes Hasler ist bei der Liechtensteinischen Landespolizei als Wirtschafts- und Finanzermittler tätig. Er verfügt über einen Abschluss als Executive MBA in Entrepreneurial Management (Unternehmensführung) der Universität Liechtenstein und ist zudem diplomierter Treuhandexperte. Politische Erfahrung sammelte Johannes Hasler sowohl auf Gemeindeebene als Obmann der FBP-Ortsgruppe Gamprin-Bendern sowie auf Landesebene als Landtagsabgeordneter. Er lebt mit seiner Frau Daniela und den beiden Kindern Angelina und Sophia in Gamprin.

(hm)

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