Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ging 2018 deutlich zurück. (Foto: Shutterstock)
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Schweiz|08.01.2019 (Aktualisiert am 08.01.19 09:26)

Arbeitslosenquote in der Schweiz auf tiefstem Stand seit 10 Jahren

BERN/ST. GALLEN - In der Schweiz hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr weiter deutlich aufgehellt. Die Arbeitslosenquote liegt damit auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Im Monat Dezember hat sich die Quote verglichen mit November allerdings wie erwartet erhöht. Nicht so im Kanton St. Gallen, wo im Dezember deutlich weniger Menschen auf Stellensuche waren.

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ging 2018 deutlich zurück. (Foto: Shutterstock)

BERN/ST. GALLEN - In der Schweiz hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr weiter deutlich aufgehellt. Die Arbeitslosenquote liegt damit auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Im Monat Dezember hat sich die Quote verglichen mit November allerdings wie erwartet erhöht. Nicht so im Kanton St. Gallen, wo im Dezember deutlich weniger Menschen auf Stellensuche waren.

Die jahresdurchschnittliche Zahl der Arbeitslosen lag 2018 mit 118 103 Personen um 25 039 tiefer als noch 2017, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Daraus ergibt sich im Jahresmittel eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent, nachdem sie im Jahr davor 3,2 Prozent und 2016 3,3 Prozent betragen hatte.

Die Zahlen zeigten, dass es der Schweizer Wirtschaft gut geht und dass sich der Arbeitsmarkt in einer guten Verfassung befindet, so das Seco. Stark abgenommen habe die Arbeitslosenzahl bis Juli, danach verblieb sie auf tiefem Niveau. Ab November hätten in erster Linie saisonale Effekte zu einer Zunahme geführt.

Saisonal bedingte Zunahme im Dezember

Per Ende Dezember waren insgesamt 119 661 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben. Das waren verglichen mit November 9 187 mehr. Die Arbeitslosenquote stieg somit um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent, verharrte allerdings um Saisonfaktoren bereinigt bei 2,4 Prozent.

Die Werte entsprechen in etwa den Erwartungen der Ökonomen. Diese hatten im Vorfeld der Publikation für Dezember eine Arbeitslosenquote im Bereich von 2,6 bis 2,7 Prozent erwartet. Die Prognosen zur saisonbereinigten Ziffer lagen bei 2,4 und 2,5 Prozent. Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 197 950 Stellensuchende gezählt, das sind 7 738 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl jedoch um 6,6 Prozent.

Positives Fazit zur Stellenmeldepflicht

Ein positives Fazit zieht das Seco betreffend der Einführung der Stellenmeldepflicht, sie gilt seit Juli. Es handelt sich dabei um die Umsetzung des "Inländervorrangs light" und soll dazu beitragen, das Potenzial an inländischen Arbeitskräften besser zu nutzen. Das Parlament beschloss die Massnahme für eine EU-kompatible Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der SVP.

Die starke Zunahme der gemeldeten offenen Stellen zeige, dass die Arbeitgeber der Stellenmeldepflicht nachkommen, resümiert das Seco. Die IT-Systeme zur Online-Erfassung von offenen Stellen funktionieren laut Seco gut und die notwendigen Überprüfungen bei den RAV erfolgten rasch.

Arbeitslosigkeit im Kanton St. Gallen um sieben Prozent gesunken

Im Kanton St. Gallen waren Ende Dezember 10 217 Stellensuchende bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet, wie die Staatskanzlei St. Gallen am Dienstag mitteilte. Das sind zwar 164 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat, dem Dezember 2017, sind es rund 800 Personen oder 7 Prozent weniger. Das ist praktisch der gleiche Wert wie in Appenzell Ausserrhoden, im Thurgau und in der ganzen Schweiz. Im Mittel des Jahres 2018 waren im Kanton St.Gallen 9 841 Stellensuchende gemeldet, über 1000 weniger als 2017.

Die Zahl der stellensuchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich zurückgegangen (-10 Prozent). Die Abnahme bei den älteren Stellensuchenden ab 50 Jahren ist dagegen unterdurchschnittlich (-5 Prozent).

Im produzierenden Sektor ist die Zahl der Stellensuchenden 2018 um 230 Personen zurückgegangen, das sind gut 5 Prozent. Nach wie vor eine überdurchschnittliche Abnahme verzeichnet der Maschinenbau. In der metallverarbeitenden Industrie und im Fahrzeugbau sind die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gering. Bei den Dienstleistungen ist die Abnahme im Gastgewerbe stärker als im Mittel des Sektors, im Detailhandel schwächer. Gegenläufig dazu stehen die Finanzdienstleistungen, wo die Zahl der Stellensuchenden im Jahresvergleich gewachsen ist.

Ende Dezember 2017 hatten im Kanton St.Gallen sieben Betriebe für knapp 70 Mitarbeitende Kurzarbeit angemeldet. Aktuell liegt die Zahl der meldenden Betriebe bei elf. Die Zahl der betroffenen Mitarbeitenden hat sich auf gut 600 erhöht. "Dieser Anstieg hat damit zu tun, dass einige wenige Betriebe eine recht grosse Zahl an Mitarbeitenden gemeldet haben", begründet die Staatskanzlei St. Gallen.

(sda/red/pd)

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