Auslöser der Turbulenzen an der Börse in Argentinien war ein klarer Sieg der Opposition bei einer wichtigen Testwahl am Wochenende gewesen, der die Furcht vor einer Staatspleite geschürt hatte. (Symbolbild)
Wirtschaft
International|14.08.2019

Steuersenkungspläne helfen Argentiniens Börse kaum

BUENOS AIRES - Die geplanten Steuersenkungen in Argentinien helfen dem dortigen Aktienmarkt kaum. Der Leitindex der Börse Buenos Aires notierte am Mittwoch etwa 0,5 Prozent im Plus und damit rund 30 Prozent unter seinem Niveau vom Freitag.

Auslöser der Turbulenzen an der Börse in Argentinien war ein klarer Sieg der Opposition bei einer wichtigen Testwahl am Wochenende gewesen, der die Furcht vor einer Staatspleite geschürt hatte. (Symbolbild)

BUENOS AIRES - Die geplanten Steuersenkungen in Argentinien helfen dem dortigen Aktienmarkt kaum. Der Leitindex der Börse Buenos Aires notierte am Mittwoch etwa 0,5 Prozent im Plus und damit rund 30 Prozent unter seinem Niveau vom Freitag.

Auch die Währung des Landes ging erneut auf Talfahrt. Der Dollar stieg im Gegenzug um gut zwölf Prozent auf 61 Peso.

Nach einer Schlappe bei einem wichtigen Stimmungstest für die anstehende Präsidentschaftswahl kündigte Staatschef Mauricio Macri Entlastungen für die Bürger an.

Er will die Einkommenssteuern senken und die Sozialausgaben erhöhen. "Diese Massnahmen sind aber nicht dazu geeignet, das Wahlergebnis massgeblich zu beeinflussen", schrieben die Analysten der Citigroup.

Bei einer Regierungsübernahme durch den Oppositionskandidaten Alberto Fernandez müsse mit einer Rückkehr populistischer Politik gerechnet werden, warnte Raphael Marechael, Schwellenländer-Experte des Vermögensverwalters Nikko. Die von Macri eingeleiteten Reformen seien der Schlüssel, um eine erneute Staatspleite Argentiniens zu verhindern.

Die Furcht hiervor spiegelte sich am Markt für Credit Default Swaps (CDS) wider. Die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets argentinischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um weitere 150'000 Dollar auf 2,72 Millionen Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit.

Das ist mehr als doppelt so viel wie am Freitag. Damit taxieren Anleger die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite auf 78 Prozent.

(sda / reu)

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